Schmerzende Brustwarzen Vasospasmus

13. Januar 2020

Ein plötzlicher Schmerz zieht durch deine Brustwarze? Sie wird weiß oder bläulich? Das sind die eindeutigsten Zeichen, für einen Vasospasmus. Ein Krampf in deiner Brustwarze.

Dabei ziehen sich die Blutgefäße in deiner Brustwarze zusammen und es kommt zu einem stechendem, ziehenden, krampfartigem Schmerz. In der Regel tritt dies unmittelbar nach dem Stillen auf. Wenn sich dein Baby von der Brust löst und kältere Luft an deine Mamille kommt. Der Krampf kann aber auch zwischendurch bei Reibung an der Kleidung oder durch Kälte ausgelöst werden.

woher kommt der Vasospasmus?

Auslöser können sein:

  • Wenn du in der Schwangerschaft Magnesium und/oder Kalzium eingenommen hast und dies nun abgesetzt hast.
  • Mittlerweile wurde auch ein Zusammenhang zwischen dem Vasospasmus und der Einnahme von Beta-Blockern in der Schwangerschaft wegen zu hohem Blutdruck festgestellt.
  • Frauen mit rheumatoide Arthritis können betroffen sein.
  • Ebenso wie Frauen mit dem Raynaud-Syndrom. (Anfallartiges Erblassen der Finder oder Zehen durch eine krampfartige Verengung der Blutgefäße)
  • Es kann aber auch ohne die genannten Indikatoren auftreten!
Was hilft?
  • Wärme! Versuche deine Brüste, insbesondere deine Brustwarzen nicht kalt werden zu lassen.
  • Richtiges Anlegen des Babys beim Stillen!
  • Verringerung von koffeinhaltigen Getränken.
  • Falls du Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente einnimmst, überprüfe bitte, ob die eine gefäßverengende Wirkung haben.
  • Empfohlen wird die Einnahme von Magnesium mit 1.000 mg pro Tag und Kalzium mit 2.000 mg pro Tag. Diese jedoch nicht gemeinsam sondern eines am Morgen und das andere am Abend. Vielleicht reicht aber auch schon die alleinige Einnahme von Magnesium. Hier solltest du nochmal mit deiner Ärztin oder deinem Arzt Rücksprache halten.

In den meisten Fällen, verschwindet der Vasospasmus bei Behandlung nach wenigen Tagen wieder. Solltest du Magnesium und/oder Kalzium nehmen, kannst du nach und nach die Einnahme verringern.

Praktische Tipps
  • Kleine Wärmepads sind gut für unterwegs. Eine warme Wärmflasche, ein Wärmekissen oder auch ein warmer Waschlappen können dir gute Hilfen sein. (Achtung: Wenn du einen Milchstau hast, solltest du auf Wärme lieber kurzfristig verzichten.)
  • Wenn du dein Baby draußen trägst, wärmt es durch seine Körperwärme automatisch auch deine Brüste.
  • Versuche dich zu entspannen und ruhig zu atmen, damit dein Körper gut durchblutet bleibt.
  • Wenn du Krämpfe hast, versuche nicht dagegen zu halten, sondern loszulassen.
  • Entspanne auch deinen Kiefer und presse die Zähne nicht aufeinander.
Ammenmärchen
  • Das Zusammenziehen der Gefäße in deiner Brustwarze treten nicht durch wunde Brustwarzen auf. Wenn du zusätzlich wunde Brustwarzen hast, hat das eine andere Ursache. Solltest du aber durch Angst vor Schmerzen beim oder nach dem Stillen angespannt sein und das Baby dadurch nicht optimal anlegen, kann es natürlich als Folge zu wunden Brustwarzen führen. Deshalb achte hier unbedingt auf richtiges Anlegen.
  • Ein Vasospasmus ist kein Soor (Pilzinfektion)! Sie können aber gleichzeitig auftreten. Ein Abstrich bei der Ärztin/dem Arzt können Klarheit bringen.
Meine Geschichte

Einige Zeit litt ich unter einem Vasospasmus, bevor ich nach gut drei Monaten endlich die Lösung hatte. Weder meine damalige Hebamme, mein Frauenarzt, der Kinderarzt, noch die Stillgruppe in der ich war und selbst die Heilpraktikerin haben das feststellen können. Ich hatte wohl einfach etwas Pech. Heute habe ich den Eindruck, ist dieses Phänomän besser bekannt.

Ich war fest davon überzeugt, dass es doch eine Ursache für die Schmerzen geben muss und so bin ich von einem zum anderen gerannt. Ich bekam den Tipp auf Kohlenhydrate und Zucker zu verzichten. Was in der Zeit nach der Geburt eine echte Herausforderung war und mich noch mehr an der Rand der Verzweiflung brachte. Jedes Stillen war für mich durch nachträgliche Schmerzen begleitet.

Doch ich wollte nicht aufgeben. Dann fand ich eine Stillberaterin, die binnen zwei Sekunden den Vasospasmus erkannt hat, mir empfohlen hat, 1.000 mg Magnesium am Tag zu nehmen und nach wenigen Tagen war der Spuk vorbei.

Ich bin ihr bis heute so unendlich dankbar. Ich weiß nicht, wie lange ich das sonst noch durchgehalten hätte!

Deshalb bitte ich euch, wenn ihr Schmerzen habt oder euch irgendwas komisch vorkommt, bleibt dran. Es findest sich ganz bestimmt eine Lösung. Und ich begleite euch dabei natürlich immer sehr gerne!

Über mich

Sophie

Hier schreibe ich als Mama und Stillberaterin über die erste Zeit mit einem kleinen Baby. Ich teile meine Erfahrungen und zeige dir meinen Weg im Umgang mit besonderen Situationen. Besonders wenn es schwierig wird, möchte ich für dich da sein. Ich freue mich auf euch!

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