Kinderschlaf verstehen

23. Juni 2019
Evolution und unsere Steinzeitbabys

Ein Blick in die Menschheitsgeschichte macht schnell klar, dass Babys uns ganz besonders brauchen, wenn es um das Einschlafen geht. Denn in unserem Stammhirn, der entwicklungsgeschichtlich älteste (ca. 500 Millionen Jahre alte) Gehirnteil, ist ein Sicherheitssystem gespeichert.

Ein Steinzeitbaby war darauf angewiesen, dass es von den Großen beschützt und warmgehalten wird. Alleine wäre es wilden Tieren und stark abfallenden Temperaturen ausgeliefert. Es hätte ohne den Schutz seiner Eltern nicht überleben können. Wir Menschen sind besonders gut in unserer Arterhaltung. Das liegt zum Einen daran, dass in unserem Gehirn eine sogenannte Überlebensstrategie programmiert ist. Das heißt beispielsweise, dass ein gesundes Neugeborenes innerhalb der ersten Lebensstunde alleine dazu in der Lage ist, vom mütterlichen Bauch zur Brust zu robben und sich zu stillen. Das sicherte sein Überleben, wenn die Mutter nach der Geburt noch zu schwach war. Und es ist noch heute in uns angelegt. Genauso eben auch, dass ein Baby nicht alleine einschlafen kann. Es braucht uns in seiner Nähe um ein Sicherheitsgefühl zu haben, Nähe und Wärme.

Menschenaffen tragen ihren Nachwuchs und haben ihn somit immer sicher bei sich. Tag und Nacht.

Grundvoraussetzungen für einen guten schlaf
  • Das Baby möchte satt sein, denn mit knurrendem Magen schläft es sich nicht gut.
  • Auch der Durst möchte gestillt sein. Besonders im Sommer.
  • Raumtemperatur soll stimmen. Keiner kann schlafen, wenn es zu warm oder zu kalt ist. Die Empfehlung liegt bei 16°C – 18°C zum Schlafen.
  • Müde sollte das Baby auch sein aber nicht übermüdet!
  • Und: das Baby möchte jemanden bei sich haben.
  • Sicherheitsgefühl
  • Entspannung – nur wer entspannt ist kann einschlafen!
Babys brauchen regelmäßig nahrung

Der Magen eines Neugeborenen ist nicht größer als eine Haselnuss und zum Ende seiner ersten Lebenswoche etwa so groß wie eine Aprikose. Das Gehirnvolumen verdoppelt sich im ersten Lebensjahr und auch das Geburtsgewicht verdoppelt sich bereits im ersten Halbjahr des Babys – mit einem Jahr hat es sich sogar verdreifacht. Daher brauchen die Kleinen etwa viermal mehr Kalorien als Erwachsene.

Es ist also nicht verwunderlich, dass ein Baby in regelmäßigen Abständen gestillt werden möchte. Eben auch in der Nacht. Es gibt Babys, die wollen stündlich an die Brust und anderen reicht es, wenn sie alle vier Stunden Muttermilch trinken. Beides ist gut und richtig.

Ich kann euch nur den Rat geben, achtet auf die Zeichen und Bedürfnisse eures Kindes. Denn wenn dein Baby vier Stunden am Stück schläft, musst du es nicht alle zwei Stunden wecken. Das ist in Ordnung. Und wenn dein Baby, vielleicht auch durch ein Entwicklungsschub jede Stunde Milch trinken möchte, ist das auch vollkommen richtig. Schläft dein Kind bei dir, kannst du es im Liegen stillen und musst nicht jedesmal aufstehen. Wenn du es als einen natürlichen Prozess ansehen kannst, wirst du es sicherlich mit mehr Leichtigkeit und Gelassenheit betrachten können.

Kinder schlafen anders als Erwachsene

Ein Schlafzyklus des Kindes dauert in der Regel 50 – 70 Minuten. Davon befindet es sich etwa die ersten 20 Minuten in der REM-Phase. Es fällt also anders als Erwachsene nicht direkt in den Tiefschlaf. Kein Wunder also, warum sich so viele Babys nicht sofort ablegen lassen. Ihr Sicherheitssystem schlägt sofort Alarm. Erst wenn der ganze Körper schwer wird, sinken die Kleinen in den Tiefschlaf.

Eins noch zum Schluss, ihr könnt eure Babys nicht genug verwöhnen. Denn nur gestillte Bedürfnisse verschwinden irgendwann.

Über mich

Sophie

Hier schreibe ich als Mama und Stillberaterin über die erste Zeit mit einem kleinen Baby. Ich teile meine Erfahrungen und zeige dir meinen Weg im Umgang mit besonderen Situationen. Besonders wenn es schwierig wird, möchte ich für dich da sein. In den nächsten Monaten wird mein Angebot über die Stillberatung weiter wachsen. Ich freue mich auf euch!

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